Hamletmaschine
Drei Personen stehen im Kreis und bewegen sich nicht. Im kalten Licht der Scheinwerfer sind nur ihre Silhouetten zu sehen. Das Publikum wartet ab. Ein Murmeln ist zu hören, dann ein Ruf: Hinter uns die Ruinen von Europa! Ein hoher schriller Schrei und die Darsteller*innen verschwinden im Dunkel.
Das LESSINGTHEATER-WIEN arbeitet seit Jahren mit partizipativ-performativen Methoden, um Theatertexte für die Bühne zu erarbeiten. Die Aufführung der „Hamletmaschine“ baut dort auf dem Verständnis des Theaters als gesellschaftlichen Verhandlungsraum auf.
Heiner Müllers Stück berichtet von dem Scheitern der Utopien des 20. Jahrhunderts und den Folgen, die diese Desillusionierung auf unsere Gesellschaft hat.
Das ENSEMBLE des LESSINGTHEATER-WIEN führt die Hamletmaschine von Heiner Müller auf. Der Text, die Anliegen der Personen auf der Bühne, der Ort und das Thema werden in der Inszenierung zusammengefügt. Die Inszenierung wird unter anderem von Ensemblemitgliedern erarbeitet, die gesellschaftliche Krisen des 21. Jahrhunderts in Form von Krieg, Armut und Flucht selbst erlebt haben.