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Weg vom TV-Bildschirm, zurück auf die Bühne: Tobias Pötzelsberger ist wieder da – und zwar persönlicher denn je. Auf „A little closer“ rückt Pötzelsberger deutlich näher, nämlich: sich selbst. Nach drei Alben mit feinen, aber oft auch ruhigen Singer/Songwriter-Perlen wollte der Oberösterreicher wissen, was da noch in ihm steckt, ob da noch mehr geht. Und bei dieser Selbstbeschau ist er fündig geworden.

Deshalb hören wir ganz neue Facetten des 43-Jährigen: Da ist eine nostalgische Soul-Note („Through the blue“), da ist erdiger Rock („Queen of the Night“), aber auch Modern Folk („Lost in Translation“). Und warum nicht einmal im Leben eine Power-Ballade mit großem Streichersatz schreiben? Geht auch, nämlich in „Bad Dreams“, das freilich zum Album-Abschluss noch einmal in einer zauberhaften Trio-Version neu erklingt. Oder: Uptempo-Country-Drive wie in „Let Me Be Easy“. Klassischer Songwriter-Pop fehlt natürlich auch nicht, siehe „On the Internet“. Und seinen inneren Sufjan Stevens holt Poetzelsberger in „Worn & Weathered“ heraus.

Viel zu hören also in diesen elf Songs, die im Vergleich zu den früheren Alben ziemlich schnell geschrieben worden sind. „Ich wollte mich ausprobieren und habe mich gezwungen, anders zu schreiben und neue, nicht ausgetretene Pfade im Songwriting zu gehen.“ Da helfen auch Kollaborationen: Es gab für Sessions mit Garish-Songschreiber Julian Schneeberger („Yet again“, „Worn & Weathered“) oder dem tollen Text-Dichter Dave McKendry.

Ach, und Stichwort Text: Auch da geht es mitunter persönlich zu. Viel hat Pötzelsberger im Winter 2025/26 geschrieben, wo es kalt war und dunkel, nicht nur draußen. Zentrales Motiv sind wohl die Herausforderungen eines Hochgeschwindigkeits-Lebens, das viele in ihren 40ern kennen. Zwischen Kind, Arbeit und Musik kann es eng werden für die Seele. Und rundherum erlebt man Umbrüche, der eine wird krank, die andere trennt sich, der nächste sucht sich selbst. Nein, das ist kein Midlife-Crisis-Album und keine Tagebuch-Lyrik, Gott bewahre. Aber eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Und es ist ziemlich sicher das beste Album, das Tobias Pötzelsberger je geschrieben hat, neuerlich brillant in Szene gesetzt von Produzent Niklas Apfel und demnächst in ganz Österreich zu hören mit einer großartigen Live-Band. „A little closer“ zu kommen, das lohnt sich.

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