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Samstag, 13.06.2026
um 19:00 Uhr




Programm:

Victor Herbert: Serenade für Streichorchester, op. 12
Edward Elgar: Serenade in e-Moll, op. 20
Edvard Grieg: Zwei nordische Weisen, Op. 63

Leitung: Bernadette Schmutz

Für das Sommerkonzert hat das Schweizerorchester Frohnleiten diesmal drei Werke aus der Epoche der Romantik im Programm: zwei Serenaden für Streichorchester und zwei nordische Weisen. In diesem abwechslungsreichen Konzert werden alle Gefühle angesprochen, die man als "romantisch" kennt: Tänze und Abendgesänge, eine Liebesszene, idyllisches Landleben und düstere Melancholie, gefolgt von überschäumender Lebensfreude. Alle Stücke waren bereits bei ihrer Uraufführung Ende des 19. Jahrhunderts gefeierte Erfolge und haben bis heute nichts von ihrer hoch emotionalen Lebendigkeit verloren. Das Schweizerorchester unter der Leitung von Bernadette Schmutz wird Sie sicher durch alle Höhen und Tiefen des Gefühlslebens geleiten, bis man am Ende aus einem Meer von Melodien und Stimmungen wieder emportaucht.

Der in Irland geborene Komponist Victor Herbert wurde vor allem für seine Operetten in den USA berühmt. Sein Stück "Babes in Toyland" (dt. "Rache ist süß") wurde mit dem Komikerduo Laurel und Hardy verfilmt, "Naughty Marietta" (dt. "Tolle Marietta") 1935 in Hollywood. Herbert studierte Cello am Konservatorium für Musik Stuttgart und spielte in der Kapelle von Eduard Strauß in Wien. Als Komponist einer Cellosuite und eines Cellokonzerts, beide 1882 uraufgeführt, erlangte er erste Bekanntheit. 1886 übersiedelte er – frisch vermählt – nach New York, um das Engagement seiner Ehefrau Therese an der Metropolitan Oper zu unterstützen und machte sich einen Namen als gefragter Solist und als Cellist des New York String Quartet. Bereits zwei Jahre später erlebte seine Serenade for Strings in der Steinway Hall ihre Uraufführung. Die Kritiker waren begeistert und das Stück und Teile daraus wurden während der nächsten Jahre auf dem gesamten Kontinent aufgeführt. Der vierte Satz, die "Canzonetta", erschien auch in einer Bearbeitung für Violine und Klavier. Herberts "Serenade" bietet während ihrer abwechslungsreichen fünf Sätze ein großes Spektrum an Techniken und handwerklich ausgezeichnet ausgeführten romantischen Kontrasten. Die wechselnden Klangfarben, die äußerst abwechslungsreiche Dynamik und der kenntnisreiche Einsatz der verschiedenen Streichergruppen verdankt sich sicherlich auch der Erfahrung des Komponisten im Orchester- und Streichquartettspiel. Besonders gelungen erschien bei der Uraufführung der dritte Satz, die leidenschaftliche "Liebes-Scene", welche die New York Times als "warm im Thema und kraftvoll im Ausdruck" lobte.

Mit 20 Jahren war der Organistensohn, Fagottist und Geiger Edward Elgar noch nicht der berühmte Komponist des Pomp and Circumstance-Marsches oder der Enigma Variationen, sondern ein musikalischer junger Mann aus der englischen Provinz Worcester. Er begeisterte sich für die Sagengestalten des englischen Mittelalters und schrieb Kantaten wie "The Black Knight" oder "King Olaf". Beim Three Choirs Festival in seiner Heimatstadt stellte er drei Stücke für Streichorchester vor, welche die Titel "Spring Song" (Frühlingslied), "Elegy" und "Finale" trugen. Vermutlich aus diesen drei Stücken schuf er 1892 die Serenade in e-Moll, mit der er auch die Konzertsäle in London erobern sollte. Obwohl die Sätze nun andere Bezeichnungen tragen, ist die darin vorherrschende Stimmung unverkennbar dieselbe: Der Kopfsatz (Allegro piacevole) kann seine pastoralen Neigungen nicht verhehlen, der langsame Satz (Larghetto) trägt elegische Züge, das Finale (Allegretto) sorgt für einen heiteren Ausklang. Dass kurz vor Schluss der erste Satz noch einmal anklingt, hat Elgar der Serenade Opus 22 von Antonin Dvorak abgelauscht, unter dessen Dirigat er einst selbst im Orchester des Three Choirs Festivals gespielt hatte. Für den Perfektionisten Elgar war diese Serenade das erste Werk, mit dem er sich selbst zufrieden zeigte, und die Nachwelt teilt seine Einschätzung, denn das Werk ist bis heute eines der am meisten gespielten.

Wie in vielen anderen Werken, so greift Edvard Grieg auch in den "Zwei nordischen Weisen" auf die traditionelle Volksmusik Norwegens zurück. Fredrik Due, ein in Paris tätiger norwegischer Diplomat, vermittelte ihm die Melodie der ersten Weise. Das Thema ist melancholisch und düster, entwickelt sich hin zu wärmeren Harmonien, bleibt aber bei aller hinreißenden Schönheit einem dunklen Gesangston verbunden. Die Themen der zweiten Weise hatte Grieg bereits in einer Sammlung von Klavierwerken Op. 17 verwendet, aber in der Orchesterfassung nun viel detailreicher ausgeführt. Man kann sich dabei den Ruf der Hirten vorstellen, welche das Vieh am Ende der Weidesaison ins Tal zurückbringen und das Gelingen am Ende mit einem fröhlichen Tanz feiern. Diese Tanzmelodien verwendete später Igor Strawinsky in seinem Orchesterwerk "Vier norwegische Impressionen".

Eventdaten bereitgestellt von: oeticket

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