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Eine Geschichte über Identität und Selbstbestimmung
Poetisch. Rebellisch. Zeitlos.


Aus purem Machtkalkül, um das Familienerbe nicht an den verhassten Großneffen Astolphe zu verlieren, wird eine junge Frau in der grotesken Inszenierung ihres Großvaters zum Mann erzogen. Gabriel wächst in diesem Spannungsfeld zwischen Freiheit und Täuschung auf, zwischen dem eigenen Ich und fremden Erwartungen. Als Gabriel/le die Liebe entdeckt, beginnt ein Doppelleben und die Verteidigung des Rechts auf Selbstbestimmung: Meine Seele hat kein Geschlecht! Wer hat das Recht, oder nimmt sich die Macht, zu bestimmen, wie wir leben? Was passiert, wenn gesellschaftliche Rollenbilder dem eigenen Wesen widersprechen? Wie viel Mut braucht es, die eigene Identität zu leben? In ihrem Dialogroman stellt George Sand visionäre Fragen, die uns direkt in unsere Gegenwart steuern. Inspiriert von den eigenen Erfahrungen trägt Sands Geschichte über Identität und Selbstbestimmung autobiografische Züge, durchforscht die Geschlechterrollen und kritisiert die gesellschaftlichen Zwänge der Epoche.

Schauspielerin Mercedes Echerer und Pianistin Maria Radutu verweben diesen Stoff zu einem Dialog zwischen Literatur und Musik, zwischen Zeiten und Welten. Radutus ausgewählte Musik bildet mit Komponist:innen wie Schumann, Hensel, Ustvoskaya, Chopin oder Glass den Resonanzraum zu Echerers Stimme, die dieses tragische Abenteuer aus der Romantik in unsere Zeit holt.

Amartine Aurore Lucile Dupin de Francueil (1804 – 1876), wurde bekannt unter dem Pseudonym Georg Sand. Obwohl selbst streng erzogen, verbrachte die kluge Rebellin ihrer Zeit sechs Monate im Jahr fernab von ihrem Ehemann und ihren Kindern schreibend in Paris, trug Männerkleidung und verbrachte Zigarren rauchend viele Abende in literarischen Zirkeln. Sand trennte sich später von ihrem Mann, in einer Zeit, in der es noch keine rechtlichen Möglichkeiten einer Scheidung gab, und hatte Liebschaften mit Männern wie Frauen.

Gabriel wurde 2021 erstmals ins Deutsche übersetzt.

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