Angelika Kirchschlager und Alfred Dorfer. "Tod eines Pudels
10.06.2026
um 20:00 Uhr
/ Wien
Die international gefeierte Mezzosopranistin und der renommierte Satiriker vereinen ihre außergewöhnlichen Talente, um eine ebenso unterhaltsame wie pointierte Annäherung an die Welt der klassischen Musik zu präsentieren.
Stirb immerhin, es welken ja so viele der Freuden auf der Lebensbahn.
Oft, eh' sie welken in des Mittags Schwüle, fängt schon der Tod sie abzumähen an.
So beginnt Ludwig van Beethovens "Elegie auf den Tod eines Pudels", die deshalb tröstet, weil dem Musikgenie auch etwas danebengegangen ist. An diesem Abend trifft Diva auf Clown, Klassik auf Komik. Wobei es hier in erster Linie um die Komik in der Klassik geht. Besonders um die unfreiwillige. Alfred Dorfer war ein achtjähriger Dreikäsehoch, an dem sie ein Mascherl mit Gummizug befestigt hatten, als dieser Beethoven-Unfall seine Karriere als Besucher von Liederabenden beendete. Sechs Jahre lang klimperte Dorfer als Kind unter Anleitung – "wenn ich Bach gespielt habe, ist meine Klavierlehrerin ins Nebenzimmer gegangen und mit einer Alkoholfahne zurückgekommen." Und Kirchschlager erinnert sich, dass ihr einst vor dem Salzburger Müllner Bräu die Idee kam, Gesang zu studieren. Und nein, es war keine "bʹsoffene Gʹschicht". Im selbst gestrickten Pulli marschierte sie zur Aufnahmeprüfung. Jetzt ist er 64 und will es noch einmal wissen. Und wer wäre geeigneter, ihm die Branche näher zu bringen, als sie? Zusammen mit Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager lüftet er das Verklärende der Klassik, aber vor allem den überhöhten Mumpitz der Branche. Vor einigen Jahren, "als der ORF noch Interviews gemacht hat", sagt Dorfer, sei er Angelika Kirchschlager in der Reihe "Artgenossen" begegnet. So wie damals fädeln sie den Abend ein: Die beiden sind per Sie, Dorfer fragt, Kirchschlager antwortet – dazwischen vertont die Sängerin ihre Sehnsucht nach sexy Partien, weil sie so oft in Hosenrollen Frauen küssen muss – und wie Pianisten indisponierte Sänger retten. Mit Bizets "Habanera" aus "Carmen" schaukelt sie das Publikum ins Glück. Dorfer als Notenumblätterer ist obendrein ein wortloser, großer Clown. Eine Geisterbahnfahrt durch die seltsamen Hintergründe der Branche. Zurück bleiben ein verwirrter Clown und eine grandiose Sängerin. Begleitet von Arabella Cortesi am Klavier, nehmen sie das Publikum mit auf eine Reise, die sowohl Liebhaber der Kunstmusik als auch Freunde des Kabaretts erfreuen wird. Zu hören sind Werke von Ludwig van Beethoven, Robert Schumann, Gustav Mahler, Francis Poulenc, Johannes Brahms, Franz Schubert, Erich Wolfgang Korngold u.v.a.m.
Angelika Kirchschlager, geboren in Salzburg, studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Gerhard Kahry und Walter Berry. Die international gefragte Mezzosopranistin begeistert in Liederabenden und auf Opernbühnen weltweit, darunter an der Scala, dem Royal Opera House und bei den Salzburger Festspielen. Ihr Repertoire umfasst Werke von Bach bis zur zeitgenössischen Oper, mit Erfolgen in "Sophieʹs Choice" in London und Wien. Ausgezeichnet mit bedeutenden Preisen wie dem Grammy Award und dem Österreichischen Musiktheaterpreis, wurde sie 2007 zur Österreichischen Kammersängerin ernannt.
Alfred Dorfer, Wiener Kabarettist und Schauspieler, zählt zu den bedeutendsten Satirikern im deutschen Sprachraum. Nach seinem Studium der Theaterwissenschaften und Germanistik sowie Schauspielunterricht, erlangte er erste Erfolge mit der Gruppe Schlabarett. 1989 führte er das Kabarettprogramm "Freizeitmesse" mit Josef Hader auf und das gemeinsam geschriebene Theaterstück "Indien" wurde verfilmt zum Kultklassiker. Seine Soloprogramme wie "Gleich" und "heim.at", ausgezeichnet mit dem Deutschen Kleinkunstpreis, festigten seinen Ruf. Neben zahlreichen Engagements beim Film und Fernsehen, darunter "Indien" und "MA 2412", erhielt Dorfer prestigeträchtige Auszeichnungen wie den Deutschen Kabarettpreis und den Schweizer Cornichon.
Die italienische Pianistin Arabella Cortesi, die seit über 30 Jahren in Wien lebt, widmet sich seit jeher der Kammermusik und dem Liedrepertoire und unterrichtet zudem italienische Aussprache und Diktion für Opernsänger. Ihre Zusammenarbeit mit dem Theater an der Wien, der Kammeroper und den Salzburger Festspielen umfasst über 50 Opern mit den bedeutendsten Interpreten, Dirigenten und Regisseuren der internationalen Bühne. Seit 2004 begleitet sie regelmäßig KS Angelika Kirchschlager in verschiedenen Programmen, darunter „Weibsbilder“ und „Tod eines Pudels“ gemeinsam mit Alfred Dorfer.