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Mittwoch, 29.04.2026
um 19:30 Uhr




"sigrid horn und ernst molden, sängerin und sänger, dichterin und dichter, im alter durch eine bis zwei generationen getrennt. beide haben mit ihren liedern aufsehen erregt, beide arbeiten seit jahren in unterschiedlichen, wenn auch verwandten kunstdialekten an ihren jeweiligen poetischen gegenwelten.

nunmehr auch miteinander: der zyklus KUAZ VUAN WEDA versammelt erstmals gemeinsam geschriebene songs, eine künstlerische begegnung, mit spannung zu erwarten."


Soweit Ernst Molden im O-Ton. Die Musik war ihm nicht direkt in die Wiege gelegt. Als Sohn der Autorin Hanna Molden und des berühmten Verlegers Fritz Molden geisterte Molden in den Achtzigerjahren als Dandy mit Spazierstock durch die Szenelokale der Innenstadt. Er wäre damals halt noch ein Künstler ohne Werk gewesen, schmunzelte er später selbst über diese Zeit. Bald trat er als Mann der Schriften hervor. Mit Theaterstücken wie DER BASILISK (im Schauspielhaus uraufgeführt) und Romanen wie DIE KROKODILSDAME und AUSTREIBEN machte er sich aber bald einen Namen. Seine Liebe zur Musik blieb zunächst auch eher unerwidert. Lange zierte sie sich. Die frühen Alben ab 1996 ließen noch nicht viel hoffen. Aber 2008 war es dann doch noch soweit. Ernst Molden ging der musikalische Knopf auf. Mit der Doppelveröffentlichung WIEN und FOAN katapultierte er sich ins Herz einer neuen Szene, in der Mundart unter Aussparung des 'Austropop'-Etiketts gesungen. Ab da ging es stetig bergauf. Qualitativ und quantitativ. Die Subtilität von Alben wie HO RUGG, SCHDROM, YEAH und ZIRKUS spricht für sich. Ernst Molden wurde wie sein Vorbild und Freund Willi Resetarists zu einer Integrationsfigur der Szene. In einer Vielfalt an Projekt und Kollaborationen, u.a. mit Ursula Strauss, Christopher Seiler, Der Nino aus Wien und Willi Resetarits, fächert sich seine Persönlichkeit seither auf schönste Weise auf. Auf seinem gemeinsam mit Charlie Bader gegründeten Label BaderMoldenRecordings förderte er früh Talente wie Sigrid Horn und Anna Mabo. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Ernst Molden seit 2018 Asterix-Hefte ins Wienerische transponiert.

Sigrid Horn, aus dem niederösterreichischen Mostviertel gebürtig, hat sich über den Protestsong-Contest in die professionelle, heimische Musikszene gesungen. Schon ihr dialektales Debütalbum SOG I BIN WEG war von berückender Schönheit. "Deck mi zua, I leg mi in dreg, waun ana frogd, wo i bin, sog i bin weg." schlug sie mit heller Stimme gleich im ersten Lied des Albums Düsteres vor. Das erinnerte an ein Diktum des großen, amerikanischen Singer-Songwriters Tom Waits, das da lautet: "I like beautiful melodies, telling me terrible things." Horns musikalische Arrangements pendeln zwischen schwindelerregender Kargheit und einnehmender Subtilität. Horns Lieder atmen den Geist der Siebzigerjahre. Sie erzählen von Privatem, meinen aber durchaus auch Politisches mit. Sprachlich ist sie aufs Mostviertlerische fixiert. Der Dialekt hat den Vorteil, so sagt sie, dass sich "beim Singen mehr Möglichkeiten bei den Vokalen und Konsonanten bieten als im Standarddeutsch. Der Mostviertlerische Sound sorgt für einen anderen Stimmsitz, für andere Vokalfärbungen." Trotz aller duftenden "Öpfebam" und "Mostbianblia" entwickelte Horn inmitten des landschaftlichen Idylls ein Gefühl von Fremdheit in der Heimat. Das kommt ihrem Blick auf die Phänomene, die da im Mostviertler "Nöwi" schemenhaft auftauchen, entgegen. Was erwartet sich Horn von guter Musik? "Sie muss mich auf schöne Art erschüttern. Es muss mich einfach durchbeideln." Als Liedermacher auf Augenhöhe haben sich Horn und Molden bei ihrem Konzeptalbum 45 JAHRE NEIN ZUM AKW kennengelernt. Für KUAZ VUAN WEDA komponieren sie erstmals gemeinsam neue Lieder. Man kann gespannt sein.

(Samir H. Köck)

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